Menu
menu

Lunzberge

Größe: 64,00 ha   
Stadtkreis: Halle   
Codierung: NSG0139___   
Verordnung:  RVO v. 22.12.1993 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Halle. - 3(1994)3 v. 21.01.1994)  
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

Schutz und Erhalt offener Trocken- und Halbtrockenrasen mit eingestreuten Gehölzen; Entwicklung einiger verbuschter Bereiche zu Trockenwäldchen. 

Lage

Das NSG liegt im LSG "Saaletal" und erstreckt sich westlich von Lettin bis fast zur Saalefähre Brachwitz.

Geologische Beschaffenheit

Das NSG umfasst inmitten eines Lößschwarzerde-Gebietes eine Kette stark reliefierter Porphyrdurchragungen am Rande der Saaleaue (80 - 107 m ü. NN). Während bei Lettin kleinkristalliner Oberer Porphyr verbreitet ist, liegt unmittelbar östlich des Lunzberges ein Band von Zwischensedimenten aus karbonen flözführenden Wettin-Schichten und unterrotliegenden Halle-Schichten. Westlich daran schließt sich großkristalliner Unterer Porphyr an.

Vegetation

Die Vegetation der Lunzberge weist je nach Tiefgründigkeit der Böden, Untergrund und der Exposition der Hänge eine feine Differenzierung auf.
Blauschwingel-Fluren (Thymo-Festucetum cinereae) besiedeln flachgründige Felsstandorte. Diese gehen in Nordexposition in Zwergstrauchheiden (Euphorbio-Callunetum) über.
Kennzeichnend für mittelgründige Standorte mit Braunerden ist die Wiesenhafer-Gesellschaft (Filipendulo vulgaris-Avenuletum pratensis).
Fiederzwenkenrasen (Festuco rupicolae-Brachypodietum pinnati) und Federgrassteppen (Festuco valesiacae-Stipetum capillatae) entwickelten sich am Hangfuß, der tiefgründige Schwarzerdeböden aufweist.
Zahlreiche seltene sowie pflanzengeographisch bedeutsame Arten sind in der Xerothermvegetation vertreten. Insgesamt wurden im NSG etwa 450 Gefäßpflanzen, 100 Moosarten und über 60 Flechtenarten erfaßt. Zum Beispiel: Brillenschötchen (Biscutella laevigata), Färber-Scharte (Serratula tinctoria), Berg-Haarstrang (Peucedanum oreoselinum), Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata), Illyrischer Hahnenfuß (Ranunculus illyricus), Kleines Knabenkraut (Orchis morio), Gewöhnliche Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris), Ohrlöffel-Leimkraut (Silene otites), Pfriemengras (Stipa capillata), Dänischer Tragant (Astragalus danicus) und Schmalblütiges Träubel (Muscari tenuiflorum). Ins NSG einbezogen sind neben kleinräumigen Robinienanpflanzungen auch die Porphyrkuppen umgebenden Äcker, auf denen sich nach Nutzungsaufgabe Ruderalfluren entwickeln.

Fauna

Die Lunzberge beherbergen eine außerordentlich artenreiche Fauna, die teilweise intensiv analysiert wurde. Hervorhebenswerte Brutvogelarten sind Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Grauammer (Emberiza calandra), Rebhuhn (Perdix perdix).

Neben Lurchen und Kriechtieren leben im NSG viele Insektenarten. Stellvertretend sollen genannt werden: 

Heuschrecken Feld-Grashüpfer (Chorthippus apricarius) Langflügelige Schwertschrecke (Conocephalus discolor) Gefleckte Keulenschrecke (Myrmeleotettix maculatus) Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) Rotleibiger Grashüpfer (Omocestus haemorrhoidalis) Kleiner Heidegrashüpfer (Stenobothrus stigmaticus) Laufkäfer (Brachynus crepitans, Cymindis angularis, Cymindis axillaris, Licinus depressus, Masoreus wetterhallii, Poecilus punctulatus) Schmetterlinge (Carcharodus alceae, Chazara briseis, Cyaniris semiargus, Fabriciana adippe, Heliothis viriplace, Hesperia comma, Hipparchia semele, Lysandra coridon, Lythria purpuraria, Mesoacidalia aglaja,  Pyrgus malvae, Syntomis phegea).  Zum Tierbestand gehören weiterhin Leucht-, Weich-, Malachit-, Wollhaar- und Marienkäfer sowie Zikaden.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der Zustand des Gebietes ist gut. Langfristig muss gewährleistet sein, dass Teilbereiche regelmäßig entbuscht bzw. beweidet werden. Die Robinienbestände sollten teilweise entfernt werden.
Das NSG liegt im FFH-Gebiet "Porphyrkuppenlandschaft nordwestlich Halle".