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Die Zehm-Orgel in der Dorfkirche Predel

Auch hier hat Georg Wünning bei der Orgelsanierung sein ganzes Können bewiesen. Einen kleinen Nachlass hat er dort vor Ort hinterlassen. Jeder, der die Orgel spielt, wird einen Zettel finden, auf dem er erklärt, warum es bei manchen Tonarten „etwas hakt“. Die Erklärung dafür liegt auf der Hand: die Orgel ist nach historischem Vorbild mitteltönig wie original gestimmt. Aber lesen Sie selbst.
Die evangelische Dorfkirche Predel ist eine im Kern mittelalterliche Saalkirche im Ortsteil Predel von Reuden (Elsteraue) im Burgenlandkreis. Der Turm als ältester Teil ist offenbar noch romanisch. Das Hauptstück der Ausstattung ist ein Schnitzaltar des späten 15. Jh. Sowohl Kirche als auch die Zehm-Orgel sind eher klein, wirken dadurch aber sehr homogen. Sie hat ein Manual, sechs Register und kein Pedal. Im Gegensatz zu allen anderen besuchten Orgeln, sitzt bei ihrer Vorführung Pfarrerin Anja Christof hinter der Orgel und kann so nicht in den Kirchraum sehen.
Besonderheiten dieser Orgel sind ein Zimbelstern, der sich am oberen Ende der Orgel durch Ziehen des Registers „Gloria“ in Bewegung setzt und ein Tremulant, der ein Tremolo (Schwingen) erzeugt. Im Jahr 1699 wurde sie von Gottfried Zehm erbaut. Er war Lehrer und Küster in Zipsendorf (Stadtteil von Meuselwitz in Thüringen) und im Orgelbau vermutlich Autodidakt.
Die Restaurierungskosten beliefen sich insgesamt auf 72.000 Euro.